Russische Geschwister ermordet – drei weitere Leichen ausgegraben

Pong führte Ermittler zu einer Kokosplantage, wo drei weitere Leichen ausgegraben wurden – Vater, Mutter, Kind, getötet Ende Juni. Zwei neue Mittäter identifiziert, weitere Fälle im Visier der Polizei.

Russische Geschwister ermordet – drei weitere Leichen ausgegraben
Khaosod

Die Leichen von Diana (22) und Roman (17) Nazimova wurden in der Nacht auf den 1. August in einem Waldgebiet in Tambon Huai Yai gefunden – einen Meter tief vergraben, nahe dem Motorway Bangkok–Map Ta Phut an Kilometerstein 139. Fünf Tage nach dem Verschwinden der russischen Geschwister führte der geständige Hauptverdächtige Thana Kerdthong, 43, Spitzname „Pong“, die Ermittler selbst zum Fundort. Was als Vermisstenmeldung begann, endete als Mordfall – und weitete sich in der Nacht noch zu einem zweiten aus.

Verfolgt, getötet, verscharrt

Diana und Roman Nazimova verließen am 26. Juli gegen 4 Uhr morgens ihre Unterkunft in Bristol Park Village, Moo 7, Huai Yai, auf einem Motorrad. Sie kamen nicht zurück. CCTV-Kameras zeichneten auf, wie ein zweites Motorrad die Geschwister in der Nacht verfolgte. Das letzte Bild stammt von 4:33 Uhr an einer Ampel unter einer Autobahnbrücke in Ban Sak Ngaeo. Kurz zuvor hatte Diana ihrer Mutter noch eine Nachricht geschickt: „URGENT!!“. Das GPS-Signal erlosch wenige Minuten später.

Was in dieser Nacht geschah, haben Pong und sein Bekannter Thongchai Srinil, 39, genannt „Thong“, im Verhör gestanden: Sie hatten die Geschwister verfolgt, um deren Motorrad zu stehlen. Als Diana und Roman Widerstand leisteten, töteten die Männer beide. Roman wurde erschossen, Diana zu Tode geschlagen. Anschließend verscharrten sie die Leichen im Wald und zerlegten das Motorrad, dessen Einzelteile sie auf einem alten Friedhof in Huai Yai vergruben und mit Erde bedeckten.

Motorradteile als erste Spur

Das zerlegte Motorrad – eine schwarz-graue Honda ADV, Kennzeichen 4กษ 6379 Chonburi – wurde am 29. Juli von Anwohnern nahe dem Friedhof Thung Luang, Moo 9, an der Kreuzung Chak Taeng gefunden. Die Nummernschilder waren zerschnitten worden. Einsatzkräfte der Polizeistation Huai Yai, der Touristenpolizei Pattaya und der Immigrationsbehörde Chonburi hatten das Gebiet bereits seit Tagen mit über 200 Einsatzkräften, K9-Einheiten aus Bangkok und Tauchern abgesucht. Russische Freiwillige unter der Koordination von Svetlana Sherstoboeva unterstützten die Suche. Wochenblitz hatte den Fall von Beginn an begleitet und früh über die CCTV-Spur und den Bluetooth-Tracker berichtet.

Flucht durch den Polizeikordon

Die Ermittler hatten rasch zwei Namen: Pong und Thong. Beide waren vorbestraft, beide kurz zuvor aus der Haft entlassen, beide mit Haftbefehlen wegen nächtlichen Diebstahls. In der Nacht des 30. Juli gelang den beiden zunächst die Flucht – versteckt unter einer Plane auf einem Seitenwagenfahrzeug, durch einen Kordon von über 200 Einsatzkräften hindurch. Sie trugen polizeiähnliche Uniformen, durchbrachen einen Kontrollpunkt in der Provinz Chanthaburi und flohen Richtung Sa Kaeo – offenbar mit Ziel kambodschanische Grenze.

Am 31. Juli holte sie die Polizei im Bezirk Wang Sombun ein. Thong wurde nach einer Verfolgungsjagd zu Fuß im Dschungel gestellt. Pong kurz darauf vor einem Krankenhaus festgenommen – bei ihm: zwei Handgranaten und eine Pistole im Kaliber .38. Die Festnahme und den Hergang der Flucht hatte Wochenblitz ausführlich dokumentiert.

Geständnis und Fundort bestätigt

Noch am Tag der Festnahme gestanden beide Männer. Pong führte Polizei und Forensiker anschließend zum Ablageort: ein bewaldeter Hügel nahe dem Motorway, Kilometerstein 139, Moo 11, Tambon Huai Yai, im Bereich des Wat Yansangwararam. Khaosod bestätigte in der Nacht: Die Leichen von Diana und Roman wurden gefunden, einen Meter tief vergraben. Die Forensik sichert das Gelände, die Obduktion steht noch aus.

Als Motiv nannte Pong den geplanten Motorradraub. Vorwürfe sexueller Übergriffe, die in sozialen Netzwerken und von Anwohnern geäußert worden waren, wies er im Verhör ausdrücklich zurück. Die Polizei prüft diese Aussage.

Drei weitere Leichen – eine ganze Familie

Was die Ermittler bei der weiteren Befragung von Pong hörten, veränderte den Charakter des Falls von Grund auf. Laut Berichten thailändischer Medien gestand er, bereits Ende Juni drei Mitglieder einer Familie getötet zu haben – ein eigenständiger Fall, der bis dahin als Vermisstenanzeige lief. Angehörige hatten am 7. Juli bei der Polizei Anzeige erstattet, ohne einen Hinweis auf das Schicksal der drei zu erhalten.

Dem Geständnis zufolge erschien Pong mit Komplizen in einer Art Polizeiuniform an der Haustür – offiziell, um eine Schuld einzutreiben. Vater, Mutter und Kind wurden mit Handschellen gefesselt und zu einer Kokosplantage in Bang Lamung gebracht. Dort erschoss die Gruppe die drei Opfer einzeln und warf die Leichen in eine gemeinsame Grube. Pong führte die Ermittler zum Fundort. Die Leichen wurden ausgegraben und die Identität der Opfer bestätigt.

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Neben Thong sollen an diesem Verbrechen noch zwei weitere Männer beteiligt gewesen sein, die in thailändischen Medien als „Ball“ und „Fluke“ bezeichnet werden. Damit hätte die Gruppe für den Junifall aus mindestens vier Personen bestanden – Pong, Thong, Ball und Fluke.

Ein Muster, das sich wiederholt

Noch ist unklar, wie weit das Netz reicht. Die Polizeiregion 2 teilte mit, dass gegen Pong und seine Gruppe in mindestens zwei bis drei weiteren Fällen mit ähnlichem Tatmuster ermittelt wird. Details wurden nicht genannt. Formal angeklagt wurde bislang keiner der Verdächtigen.

Pol. Lt. Gen. Chatchai Surachetpong mahnte zur Vorsicht: Die Angaben zum Junifall stammen aus dem Geständnis Pongs und müssen noch vollständig verifiziert werden. Sollten sich alle Vorwürfe bewahrheiten, hätte die Gruppe innerhalb weniger Wochen mindestens fünf Menschen getötet – und stünde im Verdacht, für eine Serie ähnlicher Verbrechen verantwortlich zu sein, die weit über den Fall der russischen Geschwister hinausgeht.

Mutter Sarina wartet auf Rückführung

Sarina Nazimova, 40, lebt seit 2018 in Thailand. Ihre Kinder Diana und Roman zog sie 2021 zu sich nach Huai Yai. Die russische Botschaft in Bangkok war von Beginn an in den Fall eingeschaltet. Sie wird nun die Überführung ihrer Kinder in die Heimat organisieren müssen. Zwei weitere Männer – „Sua Hoi“ und „Phang“ – wurden am 30. Juli festgesetzt, bestreiten aber jede Beteiligung an der Tat. Die Ermittlungen dazu laufen weiter.

Anmerkung der Redaktion

Lesen Sie auch: Leichen der russischen Geschwister geborgen

Die Angaben zu Ball, Fluke und den weiteren ähnlichen Taten stammen aus thailändischsprachigen Medienberichten und sind von der Polizei noch nicht offiziell bestätigt. Tathergang und Tatort des zweiten Falls beruhen auf dem Geständnis des Verdächtigen. Wochenblitz aktualisiert diesen Artikel, sobald neue gesicherte Informationen vorliegen.

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5 Kommentare zu „Russische Geschwister ermordet – drei weitere Leichen ausgegraben

  1. Für mich klingt das wie ein auftrag Mensch zu morden die bei jemandem schulden haben und nichts zurückgeben bei den Russen kinder haben die doch schon vor dem village gewartet das ist doch kein Zufall das sie gerade das motorrad stellen wollte eine ho da PCX kann mann überall stellen ich glaube da steckt mehr dahinter die gruppe hat fünf Mensch ermordet da kann es nur ein Urteil geben die Todesstrafe die haben kein Recht weiter auf zu leben

    1. Zur Richtigstellung: Nach aktuellem Ermittlungsstand haben die Täter die Geschwister nicht vor dem Village erwartet – die CCTV-Aufnahmen zeigen, dass ein Motorrad Diana und Roman erst auf der Straße verfolgte, nachdem sie das Gelände verlassen hatten. Ein gezielter Auftrag oder ein Schulden-Zusammenhang ist für diesen Fall bislang weder bestätigt noch ermittelt worden. Als Motiv nannte der Hauptverdächtige Motorraddiebstahl. Das Motorrad war übrigens eine Honda ADV, keine PCX.

      1. Ob es eine ADV oder PCX war das ist doch egal das zeigt doch das sie kein Interesse an den motorpike hatten sonst hätten sie ja noch die Einzelteile verkaufen können

  2. Die beiden Thais waren ja schonmal im Gefägnis und Mordeten nach der Entlassung weiter Thais sind nicht Resozialisiert und werden immer und immer wieder straffällig. Ist Eigenartig was in TH so läuft🤨

  3. Ihr Punkt zur Vorstrafe ist berechtigt – beide Männer waren tatsächlich kurz zuvor aus der Haft entlassen worden. Rückfälligkeit nach Haftentlassung ist allerdings kein thailändisches Problem, sondern ein weltweites. In Deutschland liegt die Rückfallquote laut Bundeszentralregister bei rund 35% innerhalb von drei Jahren – in manchen Deliktbereichen deutlich höher. Das Problem ist überall dasselbe: Haft allein resozialisiert nicht. Was zählt, sind Nachbetreuung, soziale Einbindung und Perspektiven nach der Entlassung – daran mangelt es in vielen Ländern, Thailand eingeschlossen. Eine pauschale Aussage über Thais lässt sich daraus aber nicht ableiten.

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