BANGKOK, THAILAND – Auf einem jüdischen Friedhof in Chachoengsao sollen drei von vier bestatteten Leichname wieder aus dem Gelände gebracht werden, weil der Friedhof zu diesem Zeitpunkt keine Genehmigung hatte. Zugleich prüfen die Behörden einen Friedhof an der Charoen-Krung-Straße mit 49 bestatteten jüdischen Personen und weiten die Kontrolle auf rund 1.200 Friedhöfe und Krematorien im ganzen Land aus.
49 Bestattete an der Charoen-Krung-Straße
Der stellvertretende Innenminister Phonlaphir Suwannachawi erklärte, die Behörden hätten auf dem jüdischen Friedhof an der Charoen-Krung-Straße insgesamt 49 bestattete jüdische Personen festgestellt. Das Gelände ist mit einem weiteren Friedhof verbunden, der durch eine Mauer abgegrenzt ist.
Das Innenministerium soll nun klären, ob diese Verbindung rechtlich zulässig ist. Dabei geht es auch um die Frage, ob die Mauer zwei getrennte Grundstücke bildet und möglicherweise nur eines davon über eine gültige Genehmigung verfügt.
Drei Leichname in Chachoengsao sollen entfernt werden
Auf dem jüdischen Friedhof in Chachoengsao wurden insgesamt vier Leichname bestattet. Nach den bisherigen Erkenntnissen erfolgten drei Bestattungen in einer Zeit, in der für den Friedhof keine Genehmigung vorlag. Diese drei Leichname sollen deshalb aus dem Gelände gebracht werden.
Bei der vierten Bestattung ist noch offen, ob sie rechtmäßig erfolgte. Das Grundstück kann nach Angaben des stellvertretenden Innenministers künftig nicht mehr als Friedhof genutzt werden, weil die vorgeschriebenen Abstände zu Straßen und Wasserquellen nicht eingehalten werden.
Kontrolle von 1.200 Friedhöfen im ganzen Land
Das Innenministerium lässt derzeit Friedhöfe und Krematorien in ganz Thailand überprüfen. Nach ersten Angaben handelt es sich um rund 1.200 Anlagen verschiedener Religionsgemeinschaften, nicht nur um jüdische Friedhöfe.
Geprüft werden die Gültigkeit der Genehmigungen, mögliche abgelaufene Erlaubnisse und die Personen, die sie beantragt haben. Phonlaphir will am 10. September selbst nach Chachoengsao reisen und den Stand der Prüfung verfolgen.
Behörden prüfen mutmaßliche Strohmänner
Zur Frage, wie Ausländer einen Friedhof registrieren konnten, verwies Phonlaphir auf die Firma Gan Chabad. Die drei Gründer seien Israelis mit thailändischer Staatsangehörigkeit und Eigentümer des betreffenden Grundstücks sowie weiterer Flächen, darunter eines Chabad-Zentrums in Phuket.
Gemeinsam mit dem Justizminister lasse er mögliche Netzwerke israelischer Staatsangehöriger prüfen, bei denen der Verdacht auf Strohmänner oder andere Gesetzesverstöße bestehe. Dazu gehören nach seinen Angaben auch das Gelände in Chachoengsao und ein Grundstück an der Sukhumvit-Straße, auf dem derzeit ein Chabad-Zentrum gebaut wird.
Grundstücke in südlichen Grenzprovinzen im Blick
Den Behörden liegen laut Phonlaphir außerdem Informationen vor, wonach Israelis Grundstücke in südlichen Grenzprovinzen gekauft haben. Er habe dazu mit mehreren Abgeordneten aus der Region gesprochen und wolle die Vorgänge vor Ort prüfen.
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Bisher gehe es dort um unbebaute Grundstücke. Gebäude oder Geschäfte seien nach den vorliegenden Informationen noch nicht entstanden. Phonlaphir verwies zugleich darauf, dass für Ausländer mit thailändischer Staatsangehörigkeit thailändisches Recht gelte.
Ermittlungen sollen schrittweise ausgeweitet werden
Falls Verstöße nachgewiesen werden, kommen nach Angaben des stellvertretenden Innenministers Vermögensbeschlagnahmungen und Strafverfahren infrage. In schweren Fällen nannte er auch den Entzug der Staatsangehörigkeit und eine Abschiebung, betonte aber, dass zunächst das Geschäftsnetzwerk vollständig geprüft werden müsse.
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Phonlaphir und die zuständigen Behörden wollen am 15. September über die Verbindungen zu mutmaßlichen Strohmännern und sogenannten grauen Kapitalnetzwerken beraten. Anschließend soll Ministerpräsidenten ein Bericht vorgelegt werden. Zu einer politischen Bewegung, die mit dem Thema Juden die Rückgabe des Landes fordert und auch andere politische Themen aufgreift, sagte Phonlaphir, die Regierung richte ihre Maßnahmen nicht gegen eine einzelne Nationalität, sondern prüfe alle Fälle nach thailändischem Recht.
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