VIENTIANE – Die laotischen Behörden können die genaue Todesursache von sechs ausländischen Touristen, die im November 2024 nach dem Konsum von gepanschtem Alkohol in Vang Vieng starben, nicht exakt benennen. Weil die Familien Autopsien verweigerten, fehlen entscheidende forensische Beweise.
Ermittler ohne entscheidende Beweise
Das laotische Ministerium für öffentliche Sicherheit räumte ein, dass die Untersuchung durch das Fehlen vollständiger Obduktionen eingeschränkt war. Ohne diese Beweise sei es unmöglich gewesen, schwerwiegendere strafrechtliche Anklagen zu erheben.
Der Fall hatte international für Entsetzen gesorgt. Sechs Reisende starben, nachdem sie in der bei Rucksacktouristen beliebten Stadt Vang Vieng mit Methanol verunreinigten Alkohol getrunken hatten.
Landesweites Verbot für Tiger Vodka
Tests des laotischen Zentrums für Lebensmittel- und Arzneimittelforschung wiesen in Produkten der Marke Tiger Vodka Methanolwerte oberhalb der Sicherheitsgrenzen nach. Bluttests in Thailand und über die australische Botschaft bestätigten die Kontamination bei zwei verstorbenen australischen Teenagern.
Die Regierung in Vientiane verhängte daraufhin ein landesweites Verbot für Tiger Vodka und Tiger Whiskey. Die Destillerie steht im Zentrum der Ermittlungen.
Brennerei-Besitzer bestreitet Verantwortung
Der Eigentümer der Destillerie wurde wegen Herstellung und Verkaufs gesundheitsgefährdender Produkte sowie illegalen Betriebs angeklagt. Ihm drohen bis zu vier Jahre Haft und eine Geldstrafe, doch er weist jede Schuld von sich.
Das Strafmaß gilt Beobachtern als ungewöhnlich milde angesichts der tödlichen Folgen. Die laotische Justiz begründet dies mit der schwierigen Beweislage.
Hostel-Personal verurteilt
Der Besitzer und neun Mitarbeiter des Nana Backpacker Hostels, in dem mehrere der Opfer übernachtet hatten, wurden zu Bewährungsstrafen und je 185 US-Dollar Geldstrafe verurteilt. Sie hatten den Verstorbenen eines amerikanischen Gasts bewegt, bevor die Polizei eintraf.
Das Gericht wertete dies als Beweismittelvernichtung. Mehrere Touristen hatten in dem Hostel kostenlose Getränke konsumiert und waren danach erkrankt.
Australiens Außenministerin enttäuscht
Australiens Außenministerin Penny Wong zeigte sich deutlich verärgert über das Ausbleiben schwerwiegenderer Konsequenzen. Sie kündigte an, den Fall direkt bei den kommenden ASEAN-Treffen auf den Philippinen mit dem laotischen Außenminister zu besprechen.
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Die Regierungen Australiens, des Vereinigten Königreichs und weiterer Staaten verschärften ihre Reisehinweise für Laos. Urlauber werden darin eindringlich vor kostenlosen Drinks oder auffällig billigem Alkohol gewarnt.

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